Digitale
Welt für
alle!
Digitale Barrierefreiheit öffnet Türen für alle, doch viele Unternehmen hängen noch hinterher. Ab 2025 wird’s ernst: Was bedeutet das neue Gesetz, und wo gibt’s noch Unsicherheiten?
Barrierefreiheit im digitalen
Raum - Status Quo und gesetzliche Unsicherheiten
Warum ist Barrierefreiheit eigentlich wichtig?
Barrierefreiheit bedeutet digitale Teilhabe für alle – unabhängig von körperlichen oder kognitiven Einschränkungen. In Deutschland leben laut statistischem Bundesamt rund 7.9 Millionen Menschen mit anerkannter Schwerbehinderung (Stand: 2024), was fast 10% der Bevölkerung entspricht.
Doch trotz Relevanz ist digitale Barrierefreiheit noch immer nicht weit verbreitet: Eine Untersuchung von Google und Aktion Mensch zeigt, dass zwei Drittel der großen deutschen Webshops nicht barrierefrei sind.
Die
gesetzliche
Lage
Gesetzliche Lage – Barrierefreiheitstärkungsgesetz ab Juni 2025
Ab dem 28. Juni 2025 tritt das Barrierefreiheitsstärkungsgesetz (BFSG) in Kraft und setzt die Vorgaben des European Accessibility Act (EAA) um. Dieses Gesetz verpflichtet Unternehmen dazu, ihre digitalen Angebote barrierefrei zu gestalten. Dabei müssen sie sich an der EN 301 549 orientieren, einer europäischen Norm, die spezifische Anforderungen zur Barrierefreiheit definiert.
Rechtliche Klarheit - Warum jetzt handeln?
Obwohl es noch Diskussionen über einzelne Fristen und Ausnahmen gibt, bleibt eines sicher: Barrierefreiheit wird ein entscheidender Faktor für digitale Angebote. Unternehmen sollten sich frühzeitig mit den Anforderungen auseinandersetzen, um mögliche Herausforderungen rechtzeitig zu adressieren.
Und wer ist davon betroffen?
- Unternehmen mit über 2 Mio. € Jahresumsatz oder mehr als 10 Beschäftigten
- Websites mit B2C-Angeboten, insbesondere, wenn über die Website Verträge abgeschlossen, Termine gebucht oder Anfragen gestellt werden können
Erste Schritte
für mehr Barrierefreiheit - Was könnt ihr jetzt schon mit wenig Aufwand tun?
- Kontraste zwischen Text und Hintergrund optimieren: Mindestverhältnis 4,5:1
- Interaktive Elemente wie Buttons und Links hervorheben
- Intuitive Navigation sicherstellen
- Überschriftenstruktur korrekt nutzen
- Alternativtexte für Bilder vergeben
- Untertitel und Transkripte für Videos bereitstellen
- Fokusmarkierungen für Tastatur-Navigation integrieren
- Schriftgrößen anpassbar gestalten
- Formulare mit eindeutigen Labels versehen
Handeln statt Abwarten!
Barrierefreiheit bleibt aber unabhängig vom Gesetz relevant!
Unternehmen sollten also proaktiv handeln. Barrierefreie Webseiten bieten zahlreiche Vorteile – sei es ein erweiterter Kundenkreis, bessere SEO-Rankings, eine verbesserte Usability oder eine positive Markenwahrnehmung.
Digitale Barrierefreiheit ist damit ein Schritt in Richtung Inklusion und Zukunftsfähigkeit. Unternehmen sollten sich also frühzeitig informieren, um nicht nur gesetzlichen Anforderungen gerecht zu werden, sondern auch ihre digitale Reichweite und Usability zu verbessern.
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